hochwasser

Biber leben ursprpünglich in Auen- und Bruchwäldern: Den mit Bäumen und Büschen bewachsenen Uferabschnitten von Flüssen, die regemässig vom Hochwasser überflutet werden. In der Schweiz sind 90 Prozent der ursprünglichen Auenwälder verschwunden.

Auenwälder werden in Hartholz- und Weichholzauen unterschieden. Hartholzauen werden seltener überflutet als Weichholzauen. Somit unterscheiden sich auch die Pflanzengesellschaften, die dort wachsen. Hartholzauen eignen sich als Standort für kräftigere Bäume. Deshalb verschwanden sie zu einem grossen Teil schon im Mittelalter, als der Mensch Brenn-, Bauholz und Weideflächen benötigte. Die meisten Weichholzauen verschwanden im 19. Jahrhundert, als die Flüsse weiter eingedämmt und das angrenzende Land nutzbar gemacht wurde.

Der Mensch verdrängt den Biber

Neben der Abholzung hat der Mensch die Flüsse auch in ihrem natürlichen Lauf korrigiert und begradigt. Die für den Biber wichtigen Hochwasser sollten so verhindert und die Ackerfläche vergrössert werden. Ausserdem machten die Menschen Schifffahrtswege haltbar und nutzten die Wasserkraft zur Energiegewinnung

In der Reinacher Heide wurde zwischen 1847 und 1870 das Flussbett der Birs vertieft und der Grundwasserspiegel abgesenkt. Die heutige, trockene Heidelandschaft ist also vom Menschen gestaltet. Früher schlängelte sich der Fluss kreuz und quer durch die ganze Ebene. Der Biber hatte in diesen Auen eine wichtige Funktion als Landschaftsgestalter. Indem er Bäume fällt, sorgt er für Licht und Totholz und staut Tümpel, in denen Kleinlebewesen ihren Lebensraum finden.

birs korrigiert

Auch die Talweiher sind keine natürlich gewachsene Landschaft. Menschen haben die Weiher in den 1960er-Jahren künstlich angelegt. Im schattig-feuchten Tal der Ergolz hat sich seitdem eine Pflanzengemeinschaft etabliert, die einem Auenwald sehr ähnlich ist. Oberhalb der Weiher liegen ein paar historisch genutzte Feuchtwiesen mit Kopfweiden. Weiter entlang der Ergolz in Richtung Wasserfall befindet sich ein Bruchwald. Der Boden dieses Waldtyps ist die meiste Zeit des Jahres durchnässt. In Bruchwäldern können nur Bäume wachsen, die sich an nasse Böden angepasst haben, zum Beispiel Erlen. Der Biber fühlt sich in den Lebensräumen rund um die Talweiher wohl. 

Letzte Reste Auenwald an der Birs

Heute sind von der damaligen Hartholz-Aue nur noch kleine Reste entlang der Birs erhalten. Sie werden nur sporadisch überschwemmt. Dort wachsen zum Beispiel Stieleichen, Eschen, Ulmen oder Traubenkirschen. Lianenpflanzen wie Efeu, Waldrebe oder Hopfen lassen den Wald dschungelartig aussehen.

Auch Weichholzauen mit Weiden und Pappeln kann man in der Reinacher Heide noch sehen, zum Beispiel im Bereich des Biberpfades nahe beim Heidebrüggli. Hochwasser sind dort häufiger und machen den Biberpfad teilweise unpassierbar. Für die Weichholzaue sind Hochwasser aber eine Voraussetzung, das sie viele Nährstoffe mit sich führen. Weichholzauen erkennt man am dichten Unterwuchs mit Gräsern, Brenneseln oder Weidenröschen.

Darüber thronen alte Schwarzpappeln, die hier teilweise 150 Jahre alt sind und an denen man Ansätze von Brettwurzeln beobachten kann. Der Revierförster hat in den letzten Jahren auch junge Schwarzpappeln gepflanzt. Man erkennt sie gut an den Gittern, die zum Schutz vor Bibern rund um den Stamm angebracht sind.

berfluteterAuenwaldFotoJahnLokiSchmidtStiftungbiberbaum 3

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